Wir entwickeln uns zu einer Gesellschaft, in der Chancengleichheit und Toleranz immer mehr thematisiert werden. Zeitgleich geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Dass Themen wie Toleranz und Diversität mittlerweile im Mittelpunkt der Diskussionen stehen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Fraglich ist jedoch, ob die deutsche Bevölkerung wirklich so tolerant ist oder ob nur die Medien den Anschein erwecken.

Gendersprache: Das denkt die Bevölkerung

Gendergerechte Sprache ist ein aktuelles Thema, das zu kontroversen Meinungen innerhalb der deutschen Bevölkerung führt. Ziel der Gendersprache ist es, alle Personengruppen mit einer genderneutralen Sprache anzusprechen. Kritiker sagen, dass die gendergerechte Sprache die deutsche Sprache ruiniert. Schauen wir in die Geschichte zurück, sehen wir aber, dass sich die deutsche Sprache seit Beginn stark verändert hat.

Rund 65 Prozent der deutschen Bevölkerung lehnen die gendergerechte Sprache ab. Das zeigte eine repräsentative Studie. Es offenbart klar und deutlich, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegenüber einer Veränderung der Sprache kaum Toleranz zeigt. Was bedeutet das konkret? Die Gendersprache ist bereits im Gange. Ob sie sich jedoch wirklich durchsetzen wird oder nur ein temporärer Trend ist, wird die Zukunft zeigen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?

Konservativ, bürokratisch, risikoscheu – das sind Wörter, mit welchen die deutsche Bevölkerung oftmals charakterisiert wird. Vertrauen passt hierzu eher weniger. Wer tolerant gegenüber seiner Umwelt ist, steht dieser auch offen gegenüber. Kontrolle ist jedoch für die Deutschen ein wichtiger Punkt, denn sie möchten sich selbst von Dingen überzeugen. Aus diesem Grund sind auch Testberichte im Internet so gefragt. Tests von spielenohnelimit.net oder Vergleichstests zu verschiedenen Waren sind sehr beliebt.

Bewertungen renommierter Institute halten wir für glaubwürdig und transparent. Ob wir auch unabhängigen Einzelmeinungen Glauben schenken, sei dahingestellt. Freunden und Familie bringen wir eine hohe Toleranz gegenüber. Der Werbung vertrauen wir hingegen nicht.

Wir Deutschen möchten somit vertrauen, kontrollieren aber, bevor wir es tun.

Diversity: Toleranz beginnt mit Vielfältigkeit

Vielfältigkeit ist ebenfalls ein aktuelles Thema, dass sogar die EM 2021 beeinflusst. Diversität und Toleranz sind Werte, die wir in unserer Gesellschaft etablieren möchten. Unternehmen gehen voraus und stellen vielfältigere Teams zusammen und veranstalten Teamevents, welche die Toleranz und Vielseitig im Unternehmen steigern sollen.

Diversity beginnt dort, wo die Gesellschaft vielfältig wird. Ein klassisches Beispiel sind die amerikanischen Präsidenten. Lange Zeit waren es nur weiße Männer, welche die Vereinigten Staaten führen durften. Barack Obama und nun auch Kamala Harris als Vize-Präsidentin sorgen für mehr Diversität in einer noch sehr weißen, amerikanischen Regierung. Diversität ist erreicht, wenn sie nicht mehr durch Frauenquoten oder LGBTQ-Quoten erzwungen werden muss, sondern diese Strukturen einfach vorhanden sind. Dies ist jedoch noch lange nicht der Fall. Gegenüber Diversität zeigt sich Deutschland jedoch sehr tolerant, wobei es immer noch Kritiker gibt, welche die gesamte Diversity-Debatte ablehnen. Die Ablehnung ist jedoch vor allem in der Boomer-Generation zu sehen. Jüngere Menschen zeigen sich deutlich offener.

Störfaktoren im Alltag

Zuletzt zeigt sich Deutschland nicht nur in politischen Debatten mehr oder weniger toleranter. Stellen Sie sich eine Zugfahrt vor: Sie sitzen in einem Abteil mit einer Vielzahl von Menschen. Ein Kind schreit, ein Erwachsener telefoniert und der Dritte isst genüsslich seinen Döner. Wie stark ist in diesem Szenario ihre Toleranz? Studien zufolge liegt das Toleranzlevel bei 40–60 Prozent. Wir lassen uns somit nicht mehr zu sehr von solchen Faktoren stören, jedoch ist es dennoch so, dass sie uns tangieren.

Wir sind somit auf einem guten Weg, toleranter in einer vielfältigen Welt zu werden. Oftmals ist es wichtig zu verstehen, dass jeder so leben soll wie er, sie oder x es als richtig erachten.