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Politisches Engagement ist meine Leidenschaft

In der Schulzeit auf dem Lise-Meitner-Gymnasium in Leverkusen begann ich mich politisch zu engagieren. Zusammen mit meinen KlassenkameradInnen habe ich mich gegen Mißstände an der Schule gewehrt; wir haben dort Projekttage und Arbeitsgruppen organisiert, den etwas tranigen Laden aufgemischt. Das waren meine ersten politischen Erfahrungen.
Nach der Schulzeit habe ich in frauenpolitischen und gewerkschaftsorientierten Gruppen mitgearbeitet und kam so 1986 zu den Kölner Grünen. Ein Herzensanliegen wurde für mich die Arbeit für Flüchtlinge, für die Kölner Migrantinnen und Migranten. Ende der achtziger Jahre mussten wir eine große Welle von Fremdenhass und Neo-Faschismus erleben. Die sogenannten Republikaner und andere rassistische Parteien zogen in deutsche Parlamente ein. Für mich waren und sind die Grünen immer die politische Kraft, die sich konsequent gegen Ausländerhass und Rassismus wehren. Wir setzen das Thema immer wieder auf die Tagesordnung, denn in der Auseinandersetzung mit den Rechten darf man niemals nachlassen.
Nach zwei Jahren als Sprecherin der Kölner Grünen wurde ich 1990 zur Landesvorstandssprecherin der NRW-Grünen gewählt. Hier organisierten wir ab 1992 die landesweite grün-offene Kampagne "Farbe bekennen - Rassismus ächten". 1994 kam dann der Sprung in die Bundespolitik - ich kandidierte auf der Landesliste NRW für den Bundestag. Wir schafften es - die Grünen kehrten als Fraktion in den Bundestag zurück. Zusammen mit Joschka Fischer leitete ich als Sprecherin die neue Fraktion. Als moderne und freche Oppositionskraft schafften wir vier Jahre später die Ablösung der Regierung Kohl und bildeten eine Reformregierung mit der SPD. Von 1998 bis 2002 teilte ich mir das Amt der Fraktionsvorsitzenden mit Rezzo Schlauch.
Nach der erfolgreichen Bundestagswahl 2002 wurde ich Staatsministerin im Auswärtigen Amt. Dort beschäftigte ich mich schwerpunktmäßig mit dem afrikanischen Kontinent, aber auch Asien und Lateinamerika gehörten zu meinem Aufgabengebiet. Immer wieder wurde ich bei meiner Arbeit im Ministerium mit der Frage konfrontiert, wie die Globalisierung gerecht zu gestalten ist. Im Auswärtigen Amt habe ich dazu eine Gesprächsreihe initiiert - das Forum Globale Fragen. Hier trafen sich - und hoffentlich wird die Reihe fortgesetzt - Menschen aus unterschiedlichen Fachrichtungen, PolitikerInnen, VertreterInnen von NROs, WissenschaftlerInnen und viele andere, um über eben globale Fragen zu debattierten. Die Diskussionen waren oft Anregung für mich, wie bei dem Bestreben nach einer gerechten Gestaltung der Globalisierung vorgegangen werden soll. Darüber hinaus gab es noch andere Initiativen: Der Aktionsplan Zivile Krisenprävention ist unter meiner Federführung eingerichtet worden. Er gibt vor, wie die Arbeit der einzelnen Bundesministerien im Bereich der Friedens- und Sicherheitspolitik koordiniert werdn soll. Wir gehen von einem erweiterten Sicherheitsbegriff aus, der die Zuständigkeit verschiedener Ressorts umfasst - u.a. Außerwirtschaftpolitik, Entwicklungszusammenarbeit und Verteidigungspolitik.
Das Thema der gerechten Gestaltung der Globalisierung wird mich auch weiterhin beschäftigen. In der neuen bündnisgrünen Bundestagsfraktion bin ich zur außenpolitischen Sprecherin gewählt worden; zudem bin ich Obfrau der Fraktion im Auswärtigen Ausschuss. Ich freue mich auf vier Jahre engagierter und offensiver Oppostionspolitik!