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Die Organisation der Parlamentswahlen in Indien 2009 war eine Mammutaufgabe: Für 714 Millionen Wahlberechtigte wurden 828.804 Wahllokale und 1.368.430 elektronische Wahlmaschinen aufgestellt, in denen in fünf Phasen zwischen dem 16. April und dem 13. Mai 2009 gewählt wurde. Mit einem Aufgebot von über 6 Millionen Polizei- und Sicherheitskräften wollte man Zwischenfälle vermeiden; dies gelang nicht ganz, gleich am ersten Wahltag kamen durch mehrere Anschläge der maoistischen Naxaliten 19 Menschen zu Tode. Auch am letzten Tag der Wahlen gab es in Kalkutta einen Toten und 17 Verletzte.
Es war eigentlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen prognostiziert worden, doch die regierende Kongresspartei hat bei den Parlamentswahlen in Indien einen überraschend deutlichen Wahlsieg errungen.
Die neue indische Regierung hat jedoch noch große Aufgaben zu bewältigen. Der Unterschied zwischen Indiens märchenhaft reichen Milliardären und 250 Millionen Menschen, die mit weniger als 1 US-Dollar am Tag auskommen müssen, ist noch immer erschreckend. Nach Angaben des Kinderhilfswerkes der Vereinten Nationen UNICEF leiden 42,5 Prozent aller indischen Kinder unter 5 Jahren an akuter Unterernährung. Die Organisation 'Save the Children' schließt daraus, dass jedes dritte unterernährte Kind auf der Welt in Indien lebt. Ein weiteres großes Problem ist das Fehlen von ausreichenden Sanitäranlagen und Abwasserversorgung, was die Ausbreitung von Krankheiten fördert und auch zum schlechten Gesundheitszustand der Kinder beiträgt – 650 Millionen Inderinnen und Inder sind davon betroffen. Diese Aufgaben sollten Priorität der nächsten Regierung werden, neben dringend notwendigen Reformen in den Bereichen Bildung, Infrastruktur und Arbeitsrecht und der immer noch währenden Korruption in Politik und Verwaltung. Auch die konfliktreiche Beziehung mit dem Nachbarn Pakistan wird eine Herausforderung bleiben.
Das ist einer der Gründe, weshalb ich mich im deutschen Komitee für UNICEF engagiere.
