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Zum Besuch von Barack Obama in Deutschland erklären Jürgen Trittin, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, und Kerstin Müller, außenpolitische Sprecherin:
Berlin freut sich völlig zurecht über den Besuch Barack Obamas. Fast acht Jahre unter George W. Bush waren schlechte Jahre für die internationale Politik und insbesondere auch für die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Das Desaster des Irak-Kriegs und eine Politik des Unilateralismus haben diese Jahre geprägt.
Das Amerika-Bild in Deutschland befindet sich auf dem Tiefpunkt – umso willkommener ist Barack Obama, der in seinen außenpolitischen Vorstellungen auf mehr Multilateralismus und Kooperation setzt. Obama ist kein Heiliger und niemand sollte Wunder erwarten. Aber die Hoffnung, dass Obama angesichts zahlreicher drängender globaler Probleme wie Armutsbekämpfung, Klimaschutz oder einer Stärkung der Vereinten Nationen eine bessere Politik betreiben wird, ist berechtigt. Es ist klar, dass mehr Kooperation in den internationalen Beziehungen dann auch mehr Verantwortung und große Herausforderungen für Europa bedeuten wird.
Die Bedenken von Bundeskanzlerin Merkel gegen Obamas Rede am Brandenburger Tor waren peinlich. Außer einer unverständlichen Solidarität mit der abtretenden Administration George W. Bushs sprach nichts dagegen, den populären Senator und voraussichtlichen demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama am prominenten Ort sprechen zu lassen. Für seinen republikanischen Rivalen, John McCain, gilt selbstverständlich dasselbe.